Neue Realschulleiterin für die Edith-Stein-Schule des SBZ

Das Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern (SBZ) in Unterschleißheim begrüßt seine neue Schulleiterin der Edith-Stein-Realschule Rektorin Dr. Astrid Deuchert. Bevor sie an das SBZ kam, war sie zuletzt am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Grafing als Schulpsychologin für die Beratung von 18 Förderschulen im Landkreis Rosenheim und Ebersberg tätig.

„Wir freuen uns sehr, dass wir für unseren Sonderschulrektor Frank Kuroschinski, den wir Ende Juli nach 36 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet haben, mit Frau Dr. Astrid Deuchert eine so hoch qualifizierte und kompetente Nachfolgerin als neue Leiterin für unsere Realschule gewinnen konnten“, sagt die Direktorin des Zentrums Hildegard Mayr.

Astrid Deuchert ist in München geboren, in Niederbayern aufgewachsen und legte ihr Studium der Gehörlosenpädagogik, der Sprachheilpädagogik, der Schulpsychologie und zur Beratungslehrkraft sowie ihre Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München ab. Danach absolvierte sie zahlreiche Fortbildungen, darunter jeweils eine 3jährige Ausbildung zur Systemischen Beraterin (lösungsorientierte Ansätze, Problemlösungen mit gegenseitiger Wertschätzung) und zur Trauma-Fachberaterin (Unterstützung von Kinder und Jugendlichen bei der Bewältigung von traumatischen Symptomen nach besonderen Belastungssituationen). Besonders am Herzen liegt ihr auch, dass sie sich zum „Ich-schaff’s-Coach“ ausbilden ließ und so Schülerinnen und Schüler optimal dabei unterstützen kann, ihre selbstgesetzten Ziele zu erreichen.

Ihren Berufswunsch entdeckte Dr. Astrid Deuchert bereits im jugendlichen Alter während sie als Betreuerin bei Kinderfreizeiten des Stadtjugendamtes München mitwirkte: „Bei den Freizeiten habe ich manchmal auch blinde Kinder betreut – ich war fasziniert davon wie man die Einschränkungen kompensieren kann und wie kreativ man im Umgang mit Kindern mit Sinnesbeeinträchtigungen sein muss, um ihnen gerecht zu werden.“

In der Edith-Stein-Realschule unterrichtet sie in diesem Schuljahr von der 5. bis 9. Klasse alle Schülerinnen und Schüler im Fach Kunst und übernimmt die Legasthenieförderung für Fünft- und Sechstklässler. Zum Abschluss des Gesprächs lächelt sie und meint: „Ich finde es schön, wenn jedes Kind in seiner Einzigartigkeit seinen Platz findet und die entsprechende Bildung, die ihm zusteht, bekommt“ – und zitiert zum Thema Einzigartigkeit Astrid Lindgren: „Wenn die einen finden, dass man groß ist, und andere, dass man klein ist, so ist man vielleicht gerade richtig.“

Sandra Butscher

Ein Traum wird wahr – das SBZ hat jetzt seine eigene Kletterwand

Vor knapp eineinhalb Jahren entstand im Team der Klettergruppe des Sehbehinderten- und Blindenzentrums Südbayern (SBZ) in Unterschleißheim die Idee, eine eigene Kletterwand anzuschaffen. Die Gruppenstunden mussten aufgrund ungünstiger Witterungslagen und des damit verbundenen Sicherheitsrisikos häufig ausfallen. Die zum Großteil sehbeeinträchtigten und blinden Jugendlichen der SBZ-Klettergruppe konnten bis dato immer nur bei passendem Wetter zum Kletterbrocken in Unterschleißheim gehen, denn eine Fahrt zu einer Kletterhalle war aus organisatorischen Gründen einfach nicht möglich. Deshalb musste eine andere Lösung gefunden werden.

Wo bis vor kurzem noch eine braune Bretterwand in der Turnhalle war, steht sie jetzt: Die neue sieben Meter hohe Kletterwand mit bunten und haptisch unterscheidbaren Klettergriffen.

Die Tatsache, dass das Projekt tatsächlich verwirklicht werden konnte verdanken die sehbehinderten und blinden Jugendlichen Claudia Bichlmayer, Sozialpädagogin am SBZ und Leiterin der Klettergruppe, Wolfgang Seidl, Jugendleiter des Deutschen Alpenvereins/Sektion Oberland und Neele Ostin, Erzieherin am SBZ. Lange Zeit waren sie auf Sponsorensuche um die Mittel für die Finanzierung der Kletterwand aufbringen zu können. Sie haben dazu viele Briefe an potentielle Spender geschrieben und unzählige Telefonate und Gespräche für die Organisation und Umsetzung geführt. Weitere Wohltäter haben den Spendenaufruf in der Presse gelesen und sind so auf das Projekt aufmerksam geworden.

An dieser Stelle bedanken sich das gesamte Team des SBZ vertreten durch Direktorin Hildegard Mayr und vor allem natürlich die Klettergruppe, allen voran Claudia Bichlmayer, von ganzem Herzen bei allen Spendern und Förderern des Projektes – natürlich auch bei denen, die hier nicht aufgelistet sind, weil Sie anonym bleiben möchten:

Allianz für Kinder in Bayern e.V. mit den Projektpaten Allianz Weckerle und Esche und der Allianz Geschäftsstelle Ingolstadt

Martina Ames

Heidi und Dr. Klaus Bichlmayer

„DFB-Stiftung Egidius Braun“ im Rahmen der Kinderträume

Familie Fleck

Gerüstbau Obermaier, Oberneuching

Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank München

Manfred Graf und Familie
Inhaber der Edison-Park Immobilien GmbH

Monika und Günter H.

Katholischer Deutscher Frauenbund, Zweigverein Pfarrei Inkofen

Lions Club Dachau

Marianne Zrenner

Abschlussfeiern im besonderen Jahr 2020

Sehbehinderten- und Blindenzentrum (SBZ) in Unterschleißheim: Dieses Jahr gab es Corona bedingt, wegen der Abstandsregelungen und Hygienevorschriften, nicht wie gewohnt eine gemeinsame Abschlussfeier der Mittelschüler und Realschüler, sondern zwei getrennte mit jeweils begrenzter Personenzahl. Alle Beteiligten freuten sich sehr, dass durch das Sicherheits- und Hygienekonzept und die dafür getroffenen Maßnahmen überhaupt Feierlichkeiten stattfinden konnten.

Direktorin Hildegard Mayr beglückwünschte alle Absolventen zu ihrem bestandenen Abschluss und machte mit einem Sprichwort von Novalis und einem Zitat von Goethe ihren scheidenden Schülern Mut, an sich selbst zu glauben. Wenn sie sich Ziele setzen und diese mit Durchhaltevermögen und Fleiß verfolgen, werden sie diese schließlich erreichen – entsprechend der Redewendung „Wo ein Wille da ein Weg“.

In der Feier der Mittelschule haben alle 8 Mittelschüler den Qualifizierenden Abschluss der Mittelschule (QA) geschafft und entweder eine 1 oder eine 2 vor dem Komma ihres Notendurchschnitts erzielt. Darauf wies Schulleiterin Maria Setzer voller Freude hin. Der beste Schüler kann einen Notendurchschnitt von 1,6 vorweisen. In ihrer Rede in der „Corona“ nicht nur als Krankheit bzw. Virus, sondern als das lateinische Wort für „Krone“ eine große Rolle spielte, machte sie den Schülern klar, dass das Wichtigste, was sie in der Schulzeit gelernt hätten die Tatsache sei, dass Sie sich selbst beherrschen können. Ihr bestandener Abschluss sei somit quasi die Krönung ihrer Schulzeit.

Gruppenbild der Abschluss-Schüler 2020 der Realschule mit ihrer Klassenleitung
Valentina Pelke und Sonderschulrektor Frank Kuroschinski

Sonderschulrektor Frank Kuroschinski ermunterte die Jugendlichen bei ihrem Abschluss von der Realschule auf ihrem Lebensweg die „Menschlichkeit“ nie zu vergessen. Für ihn war die Abschlussfeier ebenfalls seine letzte, da er nach 36 Jahren am SBZ zum Schuljahresende in den Ruhestand geht. Alle 9 Realschüler haben ihre Mittlere Reife geschafft ebenfalls mit einer 1 oder einer 2 vor dem Komma – der beste Schüler mit einem Schnitt von 1,64. Viele der Realschüler werden die FOS/BOS besuchen, die mit dem SBZ eine langjährige Kooperation verbindet.

Zeugnisübergabe – Realschule

Auch der Elternbeirat und die Schüler kamen in beiden Feiern zu Wort. Besonders die Absolventen beeindruckten mit ideenreichen Beiträgen wie einem gerappten Gedicht, einem wunderbaren Rückblick über die eindrucksvollsten Erlebnisse ihrer Schulzeit und viel Dank an ihre Lehrer.

Durch das Programm führten mit viel Esprit und Schwung Egon Wanitschek (Mittelschule) und Stefan Braun (Realschule). Umrahmt wurden die Feiern von wirkungsvollen Musikbeiträgen von Schülern und Lehrern. Besonders gelobt wurde das zum Jahr 2020 passende, originelle und farbenfroh gestaltete Bühnenbild, das von Sigrid Petzoldt und Barbara Fertl gestaltet wurde.

Sandra Butscher

Festakt zur Verabschiedung des Sonderschulrektors Frank Kuroschinski

Die Feierlichkeiten zur Verabschiedung des vielfach ausgezeichneten und charismatischen Sonderschulrektors Frank Kuroschinski mussten aufgrund der Corona-Pandemie in kleinerem Rahmen als ursprünglich geplant stattfinden. Trotzdem gelang es den Mitwirkenden und dem Organisationsteam eine sehr schöne und in sich stimmige Feier für den scheidenden Realschulleiter auszurichten. Sein herausragendes Engagement in 36 Jahren, die er an der Edith-Stein-Realschule des Sehbehinderten- und Blindenzentrums in Unterschleißheim gewirkt hatte, kam dabei deutlich zum Ausdruck.

Direktorin Hildegard Mayr freute sich in Ihrer Begrüßungsansprache, dass gleich 10 Redner Frank Kuroschinski die Ehre erweisen wollten. Angefangen mit dem 1. Vorsitzenden des Trägervereins des SBZ und Altbürgermeister Rolf Zeitler, über Bert Mehler und BeRin Birgitt Michelly-Jipp, die als Inklusionsbeauftragte und Vertreterin von Ltd. RSD Ernst Fischer (Ministerialbeauftragter für die Realschulen in Oberbayern-West) waren alle Grußworte sehr persönlich und kreativ. Ganz besondere Ideen für ihre eloquenten Reden fanden auch Schulleiterin Maria Setzer, Ministerialrat a.D. Erich Weigl (ehemals Kultusministerium), RSchDin Barbara Schall-Pätzholz (Regierung von Oberbayern), die 3. Bürgermeisterin der Stadt Unterschleißheim Annegret Harms (die den ersten Bürgermeister Christoph Böck vertrat) und Inga Schöler, die für den Elternbeirat sprach. Geschick moderiert wurde der kurzweilige Festakt vom Realschullehrer Stefan Braun.

Die SBZ-Sait’nklangmusi und die Fachschaft Musik sorgten für den musikalischen Rahmen während eine wunderbare Fotopräsentation von Frank Kuroschinskis Erlebnissen und Verdiensten gezeigt wurde.

Mit dem Lied „Mull of Kintyre“, das die blinde Schülerin Laura Henke sang und sich dabei selbst am Flügel begleitete, war trotz Corona ein gefühlvoller, musikalischer Schülerbeitrag möglich. Die Lehrervertretung hatte die Ballade „Erlkönig“ von Johann Wolfgang von Goethe zum „Turmkönig“ passend und mit sehr viel Humor versehen, umgeschrieben. Außerdem wurden zwei Anekdoten, die Frank Kuroschinski als junger Lehrer auf Abschlussfahrten erlebt hatte, in den Beiträgen „Lago di Garda“ von Markus Muth und „Auf der Reeperbahn“ von Egon Wanitschek (Gesang) und Michael Ponert (Akkordeon) wiedergegeben. In ihrer pointierten Laudatio stellte Direktorin Mayr die überragenden Verdienste von Sonderschulrektor Frank Kuroschinski heraus, dem es mit seinem Motto „Gestalten und Bewegen“ und seinem „Blick für das Ganze“ gelungen war, viele Ideen im Bereich Sport, Musik und zahlreiche Konzepte umzusetzen. Sie schloss ihre Rede mit dem folgendem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe und den Worten: „Erfolg hat drei Buchstaben tun“ – „Sie hatten mehr als Erfolg und haben alles Menschen mögliche getan und ermöglicht.“

Frank Kuroschinski zeigte sich in seiner Abschiedsrede gerührt von so viel Wertschätzung, Anerkennung und den unvergesslichen Eindrücken der Feier.

Nach seinem ausführlichen Dank übergab er seiner Nachfolgerin Dr. Astrid Deuchert symbolisch den Schlüssel für die Edith-Stein-Realschule. Zum krönenden Abschluss verabschiedeten sich seine Schülerinnen und Schüler in einer Videobotschaft mit vielen persönlichen Worten von ihrem Realschulleiter und ließen 99 rote Luftballons mit guten Wünschen auf ihn regnen.

Sandra Butscher

Große Spende der Sparda-Bank für die Kletterwand des SBZ

Die Geschäftsstellenleiterin der Filiale der Sparda-Bank München e.G. in Unterschleißheim, Tanja Schiebel, überreichte persönlich den herzförmigen Scheck in Höhe von 5.000 Euro an Direktorin Hildegard Mayr, Realschulleiter Frank Kuroschinski und Claudia Bichlmayer, Betreuerin der Klettergruppe am Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern. Die Mittel für die Spende stammen aus dem Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank München e.V.

Mit dieser großzügigen Spende und vielen weiteren kleinen und großen Beträgen, die aufgrund der engagierten Sponsorensuche von Claudia Bichlmayer und entsprechender Presseberichte inzwischen eingegangen sind, wird der Traum nun endlich wahr: In den Pfingstferien soll die Kletterwand in der Sporthalle des SBZ aufgestellt werden.

Direktorin Hildegard Mayr erklärt die Hintergründe des Projekt wie folgt: „Die Kletterwand ist für unsere sehbehinderten und blinden Jugendlichen der Klettergruppe besonders wertvoll, weil sie einen wesentlichen Beitrag zu den psychischen und physischen Entwicklungen der jungen Menschen leistet. Durch das Klettern werden die Angstüberwindung, Sicherheit, Konzentrationsfähigkeit und das Koordinationsvermögen maßgeblich gestärkt. Außerdem werden den Jugendlichen echte Erfolgserlebnisse vermittelt. Mit einer eigenen Kletterwand kann die Gruppe auch bei schlechtem Wetter sicher in der Sporthalle üben und die Kletterstunden müssen zukünftig bei Regen, Sturm oder anderen ungünstigen Wetterbedingungen nicht mehr ausfallen.“

Ein ganz herzliches „Vergelt’s Gott“ richtet das Sehbehinderten- und Blindenzentrum an den Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank München e.G. und natürlich auch an alle anderen Spender.