Ein Traum wird wahr – das SBZ hat jetzt seine eigene Kletterwand

Vor knapp eineinhalb Jahren entstand im Team der Klettergruppe des Sehbehinderten- und Blindenzentrums Südbayern (SBZ) in Unterschleißheim die Idee, eine eigene Kletterwand anzuschaffen. Die Gruppenstunden mussten aufgrund ungünstiger Witterungslagen und des damit verbundenen Sicherheitsrisikos häufig ausfallen. Die zum Großteil sehbeeinträchtigten und blinden Jugendlichen der SBZ-Klettergruppe konnten bis dato immer nur bei passendem Wetter zum Kletterbrocken in Unterschleißheim gehen, denn eine Fahrt zu einer Kletterhalle war aus organisatorischen Gründen einfach nicht möglich. Deshalb musste eine andere Lösung gefunden werden.

Wo bis vor kurzem noch eine braune Bretterwand in der Turnhalle war, steht sie jetzt: Die neue sieben Meter hohe Kletterwand mit bunten und haptisch unterscheidbaren Klettergriffen.

Die Tatsache, dass das Projekt tatsächlich verwirklicht werden konnte verdanken die sehbehinderten und blinden Jugendlichen Claudia Bichlmayer, Sozialpädagogin am SBZ und Leiterin der Klettergruppe, Wolfgang Seidl, Jugendleiter des Deutschen Alpenvereins/Sektion Oberland und Neele Ostin, Erzieherin am SBZ. Lange Zeit waren sie auf Sponsorensuche um die Mittel für die Finanzierung der Kletterwand aufbringen zu können. Sie haben dazu viele Briefe an potentielle Spender geschrieben und unzählige Telefonate und Gespräche für die Organisation und Umsetzung geführt. Weitere Wohltäter haben den Spendenaufruf in der Presse gelesen und sind so auf das Projekt aufmerksam geworden.

An dieser Stelle bedanken sich das gesamte Team des SBZ vertreten durch Direktorin Hildegard Mayr und vor allem natürlich die Klettergruppe, allen voran Claudia Bichlmayer, von ganzem Herzen bei allen Spendern und Förderern des Projektes – natürlich auch bei denen, die hier nicht aufgelistet sind, weil Sie anonym bleiben möchten:

Allianz für Kinder in Bayern e.V. mit den Projektpaten Allianz Weckerle und Esche und der Allianz Geschäftsstelle Ingolstadt

Martina Ames

Heidi und Dr. Klaus Bichlmayer

„DFB-Stiftung Egidius Braun“ im Rahmen der Kinderträume

Familie Fleck

Gerüstbau Obermaier, Oberneuching

Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank München

Manfred Graf und Familie
Inhaber der Edison-Park Immobilien GmbH

Monika und Günter H.

Katholischer Deutscher Frauenbund, Zweigverein Pfarrei Inkofen

Lions Club Dachau

Marianne Zrenner

Abschlussfeiern im besonderen Jahr 2020

Sehbehinderten- und Blindenzentrum (SBZ) in Unterschleißheim: Dieses Jahr gab es Corona bedingt, wegen der Abstandsregelungen und Hygienevorschriften, nicht wie gewohnt eine gemeinsame Abschlussfeier der Mittelschüler und Realschüler, sondern zwei getrennte mit jeweils begrenzter Personenzahl. Alle Beteiligten freuten sich sehr, dass durch das Sicherheits- und Hygienekonzept und die dafür getroffenen Maßnahmen überhaupt Feierlichkeiten stattfinden konnten.

Direktorin Hildegard Mayr beglückwünschte alle Absolventen zu ihrem bestandenen Abschluss und machte mit einem Sprichwort von Novalis und einem Zitat von Goethe ihren scheidenden Schülern Mut, an sich selbst zu glauben. Wenn sie sich Ziele setzen und diese mit Durchhaltevermögen und Fleiß verfolgen, werden sie diese schließlich erreichen – entsprechend der Redewendung „Wo ein Wille da ein Weg“.

In der Feier der Mittelschule haben alle 8 Mittelschüler den Qualifizierenden Abschluss der Mittelschule (QA) geschafft und entweder eine 1 oder eine 2 vor dem Komma ihres Notendurchschnitts erzielt. Darauf wies Schulleiterin Maria Setzer voller Freude hin. Der beste Schüler kann einen Notendurchschnitt von 1,6 vorweisen. In ihrer Rede in der „Corona“ nicht nur als Krankheit bzw. Virus, sondern als das lateinische Wort für „Krone“ eine große Rolle spielte, machte sie den Schülern klar, dass das Wichtigste, was sie in der Schulzeit gelernt hätten die Tatsache sei, dass Sie sich selbst beherrschen können. Ihr bestandener Abschluss sei somit quasi die Krönung ihrer Schulzeit.

Gruppenbild der Abschluss-Schüler 2020 der Realschule mit ihrer Klassenleitung
Valentina Pelke und Sonderschulrektor Frank Kuroschinski

Sonderschulrektor Frank Kuroschinski ermunterte die Jugendlichen bei ihrem Abschluss von der Realschule auf ihrem Lebensweg die „Menschlichkeit“ nie zu vergessen. Für ihn war die Abschlussfeier ebenfalls seine letzte, da er nach 36 Jahren am SBZ zum Schuljahresende in den Ruhestand geht. Alle 9 Realschüler haben ihre Mittlere Reife geschafft ebenfalls mit einer 1 oder einer 2 vor dem Komma – der beste Schüler mit einem Schnitt von 1,64. Viele der Realschüler werden die FOS/BOS besuchen, die mit dem SBZ eine langjährige Kooperation verbindet.

Zeugnisübergabe – Realschule

Auch der Elternbeirat und die Schüler kamen in beiden Feiern zu Wort. Besonders die Absolventen beeindruckten mit ideenreichen Beiträgen wie einem gerappten Gedicht, einem wunderbaren Rückblick über die eindrucksvollsten Erlebnisse ihrer Schulzeit und viel Dank an ihre Lehrer.

Durch das Programm führten mit viel Esprit und Schwung Egon Wanitschek (Mittelschule) und Stefan Braun (Realschule). Umrahmt wurden die Feiern von wirkungsvollen Musikbeiträgen von Schülern und Lehrern. Besonders gelobt wurde das zum Jahr 2020 passende, originelle und farbenfroh gestaltete Bühnenbild, das von Sigrid Petzoldt und Barbara Fertl gestaltet wurde.

Sandra Butscher

Kind im Schatten e.V. spendet große Freude im SBZ

Im Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern (SBZ) in Unterschleißheim herrschte zu Schuljahresbeginn 2019/20 Fassungslosigkeit bei der stellvertretenden Schulleiterin des Förderzentrums Annette Göbel. Die Krankenkasse hatte die Finanzierung dringend benötigter Hilfsmittel für die sowohl im Sehen als auch körperlich stark beeinträchtigte Schülerin Daniela aus der Grundschule abgelehnt. Die Familie des Mädchens konnte den benötigten Betrag nicht aufbringen. Die Hilfsmittel sind für die Förderung des Mädchens und für eine effektive Mitarbeit im Unterricht aus pädagogischer Sicht jedoch einfach unerlässlich. 

Die Suche nach einer Organisation, die die Schülerin mit einer Spende unterstützen könnte, gestaltete sich jedoch schwierig. Da war guter Rat teuer und den holte sich Annette Göbel bei der Direktorin des SBZ, Hildegard Mayr, die ihr aufgrund der Referenz eines langjährigen Spenders die Kontaktaufnahme mit „Kind im Schatten e.V.“ (E-Mail-Kontakt: info@kindimschatten.de) empfahl. Schon kurz nach dem ersten Anruf Anfang 2020 bei Susanna Keller, Mitglied des vierköpfigen Vorstands, kam nach einem entsprechenden Antrag, per E-Mail die positive Nachricht, dass der Verein die Kosten für die so dringend benötigte Technik übernehmen wird.

Direktorin des SBZ Hildegard Mayr mit der Schülerin und ihren Hilfsmitteln.

Ziel des Vereins, der bereits seit 25 Jahren vollkommen ehrenamtlich agiert, ist es „Lichtblicke für Kinder zu schaffen, die das Schicksal auf der Schattenseite des Lebens stehen lässt.“ Um weiterhin ca. 150 Mal pro Jahr ein benachteiligtes Kind unterstützen zu können, ist der Verein seinerseits kontinuierlich auf Spenden angewiesen.

Nach der Anschaffung der Hilfsmittel konnten sich Susanna Keller und Martin Jeske, Vorstandsmitglied und Schatzmeister von Kind im Schatten e.V., persönlich davon überzeugen, wie sehr sie tatsächlich mit ihrer Spende geholfen haben. Die Lehrerinnen Annette Göbel und Ann-Marie Reinhard zeigten voller Freude und Stolz wie sich die Leistungen der Grundschülerin aufgrund der technischen Hilfsmittelausstattung verbessert haben. Daniela selbst berichtete mit strahlenden Augen, dass ihr der Unterricht jetzt viel mehr Spaß macht. Mit dem neuen „Computer“ und der Spezialtastatur und –maus kann sie die Schrift so vergrößern, dass sie diese gut lesen kann. Jetzt kann sie wesentlich schneller schreiben und rechnen. Außerdem schafft sie nun in kürzerer Zeit mehr Aufgaben als zuvor und kann dem Unterricht somit besser folgen.

Frau Reinhard zeigt Frau Keller und Herrn Jeske Danielas schulische Fortschritte.

Danielas Familie, die Schule und das SBZ danken dem Verein Kind im Schatten e.V. von ganzem Herzen für ihre schnelle und effektive Hilfe. Das Foto zeigt, wie es dem Vereinsvorstand gelungen ist ein Mädchen aus dem Schatten auf die Sonnenseite des Lebens zu bringen.

Sandra Butscher