CVI – eine multidisziplinäre Herausforderung

Vier Jahre multidisziplinäre Beratungsstelle am Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern in Unterschleißheim

Zerebral (bzw. zentral) bedingte Störungen der visuellen Wahrnehmung („Sehstörungen“) bei Kindern werden unter dem Oberbegriff „cerebral visual impairment“ (abgekürzt „CVI“) zusammengefasst. Die häufigste Ursache für CVI sind Schädigungen des Gehirns durch Sauerstoffmangel insbesondere im Rahmen von Frühgeburten oder Geburtskomplikationen, morphologische (z.B. durch entzündliche oder metabolische Erkrankungen) und genetisch bedingte Entwicklungsstörungen des Gehirns. Epidemiologische Studien zeigen, dass bei etwa einem Drittel der Kinder mit einer Sehbehinderung („low vision“) eine zerebrale Ursache vorliegt. In der augenärztlichen und orthoptischen Untersuchung finden sich bei manchen Kindern ein eingeschränktes Gesichtsfeld, eine reduzierte Sehschärfe, ein reduziertes Kontrastsehen oder ein reduziertes Farbsehen; zusätzlich können Störungen der Blickmotorik (z.B. der Fixation) vorliegen. In der neuropsychologischen Untersuchung zeigt sich häufig eine Beeinträchtigung des Überblicks über die aktuelle Umwelt (sog. Szenenwahrnehmung) bzw. über Vorlagen (Bilder, Bücher, Hefte). Hinzu kommen oft Schwierigkeiten bei der Form- und Objektwahrnehmung, der Raumwahrnehmung und räumlichen Orientierung und beim Erkennen von Gegenständen und Gesichtern. Ältere Kinder mit CVI haben zudem häufig Schwierigkeiten mit der ganzheitlichen Verarbeitung von Textmaterial (Wörter, Zahlen); das Buchstabe-für-Buchstabe Lesen nimmt (zu) viel Zeit in Anspruch, ist daher teilweise außerordentlich mühsam und erschwert auch das Lesesinnverständnis. In den meisten Fällen stellen die genannten visuellen Wahrnehmungsprobleme eine nachhaltige Behinderung bei der Bewältigung der Anforderungen im Alltag und in der Schule bzw. Ausbildung und in herausfordernden sozialen Situationen dar. Da es bis jetzt keine allgemein akzeptierte Definition von „CVI“ gibt, existieren auch keine verbindlichen Diagnosekriterien und keine Diagnoseziffer nach ICD-10. Fehlende diagnostische Standards hinsichtlich der Untersuchung von Beeinträchtigungen der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit außerhalb der augenärztlich und orthoptisch untersuchten visuellen und okulomotorischen Funktionen sind eine der Hauptursachen für die fachlich oft schwierige diagnostische Erfassung und Einordnung der visuellen Probleme bei CVI und damit verbunden einer hohen Dunkelziffer betroffener Kinder.

Seit 2017 können in der neu gegründeten multidisziplinären Beratungsstelle für visuelle Wahrnehmung (MB-CVI; www.sbz.de/beratung/beratungsstelle-cvi) am Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern (SBZ) in Unterschleißheim Kinder und Jugendliche mit Verdacht auf CVI untersucht werden. Im Vordergrund der neuropsychologischen Diagnostik steht daher eine umfassende Untersuchung der visuellen Wahrnehmung; zusätzlich werden die betroffenen Kinder und Jugendlichen bzw. ihre Eltern ausführlich zu Schwierigkeiten im Alltag und in der Schule befragt. Das gewonnene individuelle Profil erlaubt eine zuverlässige Diagnose und Indikationsstellung für eine mögliche Behandlung bzw. für die fachliche Beratung für einen guten Umgang mit den CVI-bedingten Schwierigkeiten im Kindergarten, in der Schule, in der Ausbildung und im Alltag.

Aufgrund mangelnder spezifischer Diagnoseverfahren wurde in einem vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus geförderten Forschungsprojekt am SBZ ein diagnostischer Standard entwickelt und evaluiert. In einem weiteren, vom Bayerischen Sozialministerium geförderten Forschungsprojekt wurde die Wirksamkeit von Software basierten Trainingsverfahren zur Verbesserung des Überblicks sowie bei älteren Kindern auch der ganzheitlichen Textverarbeitung untersucht. Die Ergebnisse sind erfolgversprechend; die meisten Kinder haben davon profitiert und ihre visuellen Schwierigkeiten in der Schule und im Alltag haben deutlich abgenommen. Auf der Grundlage dieser positiven Erfahrungen wird derzeit in einem weiteren Forschungsprojekt, das von der Dr. Gabriele Lederle-Stiftung finanziell gefördert wird, die Möglichkeit eines Internet basierten Lesetrainings geprüft, das es den betroffenen Kindern und Jugendlichen erlaubt, die ganzheitliche Textverarbeitung unter fachlicher Supervision zuhause selbst zu üben.

Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit CVI setzt eine multidisziplinäre Zugangsweise (Augenheilkunde, Orthoptik, Neuropsychologie, Frühförderung, Schul- und Sonderpädagogik) voraus, die die Befunde aller beteiligten Disziplinen berücksichtigt, integriert und schließlich eine ganzheitliche Beurteilung der individuellen Sehbehinderung sicherstellt. Dies gilt nicht nur für die diagnostische Erfassung der visuellen und kognitiven Schwierigkeiten bei Kindern und Jugendlichen mit CVI, sondern auch für eine optimale Versorgung und Betreuung, da auch nach einer erfolgreichen Behandlung die Umsetzung der gelernten visuellen Wahrnehmungsstrategien häufig eine weitergehende Unterstützung vor (z.B. in der Frühförderung oder im Kindergarten) und nach Schuleintritt erforderlich ist.

Prof. Dr. Josef Zihl

Futter für die Zirkustiere

Ein Zirkus ist in Unterschleißheim über den Winter „gestrandet“ und kann aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr weiterziehen. Es handelt sich um den Zirkus „Barnum“, dessen Ur-, Ur-, Urvorfahre der berühmte erste Zirkusgründer Mr. Barnum war, den viele aus „The Greatest Showman“ kennen!

Das Futter für die etwa 60 Tiere – von der Alpenziege bis zum Kamel – geht aus. Deshalb ging ein Hilferuf an die Bevölkerung. Wir, die Klasse 8 der Edith-Stein-Realschule, wollten auch etwas tun und kamen auf die Idee der „Sponsoren-Challenge“: Alle Schüler suchten in ihren Familien nach Sponsoren, mit denen sie eine individuelle Aufgabe vereinbarten – ob nun Schnee schippen, kochen, Zimmer putzen, eine gute Note mit heimbringen o.ä. Wenn sie die „Herausforderung“ bestanden, bekamen sie einen vorher vereinbarten Geldbetrag. Einige legten auch noch eine Spende dazu  – oder sogar ihr Taschengeld.

Und so konnten wir kurz vor Weihnachten über 200 Euro dem Zirkus überreichen – und durften dabei auch die Tiere besuchen und die Pferde mit Karotten füttern!

Anke Schabel und die Klasse 8

Manfred Funke-Hopfner Stiftung spendet große Freude

Eine dreiköpfige Delegation der Manfred Funke-Hopfner Stiftung hatte ihren Besuch bei uns im SBZ in Unterschleißheim angemeldet – die beiden Vorstände Herr Dipl.-Kfm. Arnd Walther und Herr Bankkaufmann Anton Sedlmayr sowie eine der drei Kuratorinnen Frau Marianne Walther. 

Die Manfred Funke-Hopfner Stiftung mit Sitz in München wurde am 30. April 2009 als rechtmäßige Stiftung bürgerlichen Rechts staatlich anerkannt. Zweck der Stiftung ist die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesen, der Jugend- und Altenhilfe bzw. des Wohlfahrtswesens sowie die Förderung mildtätiger Zwecke. Insbesondere soll die Unterstützung Kranker, krebskranker Personen, die Förderung von Hospizeinrichtungen, soweit es sich um Körperschaften des öffentlichen Rechts handelt, die Unterstützung sozialer Organisationen und Einrichtungen erfolgen, insbesondere auch des Sozialdienstes Germering e.V.

Herr Manfred Funke-Hopfner hatte angeordnet, dass mit seinem Ableben (gestorben am 5.10.2008) eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts zu errichten sei.

Als Grund des Besuchs war die Überreichung eines Spendenschecks an das SBZ angekündigt worden. Um welche Summe es sich allerdings handeln würde, blieb bis zur allerletzten Minute spannend. Deshalb waren die Überraschung und die Dankbarkeit sehr groß, als Frau Marianne Walther einen Scheck mit der großartigen Summe von 10.000 Euro überreichte.

Direktorin Hildegard Mayr bedankte sich dafür im Namen der gesamten Einrichtung und vor allem der Kinder und Jugendlichen, denen die Spende zu Gute kommen wird: “Ich glaube Sie wissen gar nicht welche große Freude Sie uns allen damit machen. Jetzt kann ich den Stangenwald-Spielplatz, den wir aufgrund seiner Baufälligkeit abbauen mussten, mit einem neuen Spielgerät ersetzen und zusätzlich eine schöne Klangschale aufstellen lassen. Ein ganz herzliches Vergelt’s Gott!“

Marianne Walther betonte, dass die Freude des Gebens eigentlich sogar größer sei als des Nehmens: „Hier im SBZ spüre ich so viel Liebe – da bekommt man so viel zurück und es ist einfach schön helfen zu können.“

Advent auf dem Gelände

Da in diesem Jahr wegen Corona viele Veranstaltungen, die zur gemeinsamen Einstimmung auf das Weihnachtsfest beitragen, leider nicht stattfinden können, entstand im SBZ die Idee Alternativen dafür zu finden.

Die Direktion, Schulleitungen und Bereichsleitung von Internat, Hort, Tagesstätte und Krippe sammelten zusammen mit ihren Mitarbeitern Vorschläge, um unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregelungen „Advent auf dem Gelände“ feiern zu können. Dazu wurden von verschiedenen Schulklassen wundervolle Bastelarbeiten angefertigt, die nun die Fenster des Südturms schmücken.

Zudem wurde insgesamt mehr Weihnachtsdekoration in den verschiedenen Schulräumen und Gebäuden angebracht.

Die Lehrer und Erzieher haben sich viele kleine Aktionen überlegt, so dass einzelne Klassen und Gruppen jeden Tag im Dezember bis zu den Ferien „ein Türchen vom Adventskalender“ öffnen können.

Das erste Türchen gestalteten die Direktion und Verwaltung. So eröffnete Direktorin Hildegard Mayr feierlich die neuen Spielgeräte am Rodelberg des SBZ. Eine kleine Gruppe Kinder durfte unter Aufsicht der Erzieherinnen im Anschluss die Geräte gleich ausprobieren.

Der erste Schnee, der in Unterschleißheim pünktlich zum ersten Dezember fiel, trug dabei zu einer ganz besonderen Stimmung bei. An dieser Stelle dankt das gesamte Team des SBZ allen großzügigen Spendern, die die Anschaffung der neuen Spielgeräte ermöglicht haben.

In den nächsten Tagen und Wochen warten auf die Kinder und Jugendlichen noch viele kleine Überraschungen mit Adventsandachten, Spielen und anderen Aktivitäten. Ein herzliches Vergelt’s Gott an alle kleinen und großen Helfer die durch ihre Kreativität für mehr Vorfreude auf das Weihnachtsfest sorgen und die Adventszeit so auf wundervolle Weise für alle Beteiligten bereichern.

Neue Realschulleiterin für die Edith-Stein-Schule des SBZ

Das Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern (SBZ) in Unterschleißheim begrüßt seine neue Schulleiterin der Edith-Stein-Realschule Rektorin Dr. Astrid Deuchert. Bevor sie an das SBZ kam, war sie zuletzt am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Grafing als Schulpsychologin für die Beratung von 18 Förderschulen im Landkreis Rosenheim und Ebersberg tätig.

„Wir freuen uns sehr, dass wir für unseren Sonderschulrektor Frank Kuroschinski, den wir Ende Juli nach 36 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet haben, mit Frau Dr. Astrid Deuchert eine so hoch qualifizierte und kompetente Nachfolgerin als neue Leiterin für unsere Realschule gewinnen konnten“, sagt die Direktorin des Zentrums Hildegard Mayr.

Astrid Deuchert ist in München geboren, in Niederbayern aufgewachsen und legte ihr Studium der Gehörlosenpädagogik, der Sprachheilpädagogik, der Schulpsychologie und zur Beratungslehrkraft sowie ihre Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München ab. Danach absolvierte sie zahlreiche Fortbildungen, darunter jeweils eine 3jährige Ausbildung zur Systemischen Beraterin (lösungsorientierte Ansätze, Problemlösungen mit gegenseitiger Wertschätzung) und zur Trauma-Fachberaterin (Unterstützung von Kinder und Jugendlichen bei der Bewältigung von traumatischen Symptomen nach besonderen Belastungssituationen). Besonders am Herzen liegt ihr auch, dass sie sich zum „Ich-schaff’s-Coach“ ausbilden ließ und so Schülerinnen und Schüler optimal dabei unterstützen kann, ihre selbstgesetzten Ziele zu erreichen.

Ihren Berufswunsch entdeckte Dr. Astrid Deuchert bereits im jugendlichen Alter während sie als Betreuerin bei Kinderfreizeiten des Stadtjugendamtes München mitwirkte: „Bei den Freizeiten habe ich manchmal auch blinde Kinder betreut – ich war fasziniert davon wie man die Einschränkungen kompensieren kann und wie kreativ man im Umgang mit Kindern mit Sinnesbeeinträchtigungen sein muss, um ihnen gerecht zu werden.“

In der Edith-Stein-Realschule unterrichtet sie in diesem Schuljahr von der 5. bis 9. Klasse alle Schülerinnen und Schüler im Fach Kunst und übernimmt die Legasthenieförderung für Fünft- und Sechstklässler. Zum Abschluss des Gesprächs lächelt sie und meint: „Ich finde es schön, wenn jedes Kind in seiner Einzigartigkeit seinen Platz findet und die entsprechende Bildung, die ihm zusteht, bekommt“ – und zitiert zum Thema Einzigartigkeit Astrid Lindgren: „Wenn die einen finden, dass man groß ist, und andere, dass man klein ist, so ist man vielleicht gerade richtig.“

Sandra Butscher

Ein Traum wird wahr – das SBZ hat jetzt seine eigene Kletterwand

Vor knapp eineinhalb Jahren entstand im Team der Klettergruppe des Sehbehinderten- und Blindenzentrums Südbayern (SBZ) in Unterschleißheim die Idee, eine eigene Kletterwand anzuschaffen. Die Gruppenstunden mussten aufgrund ungünstiger Witterungslagen und des damit verbundenen Sicherheitsrisikos häufig ausfallen. Die zum Großteil sehbeeinträchtigten und blinden Jugendlichen der SBZ-Klettergruppe konnten bis dato immer nur bei passendem Wetter zum Kletterbrocken in Unterschleißheim gehen, denn eine Fahrt zu einer Kletterhalle war aus organisatorischen Gründen einfach nicht möglich. Deshalb musste eine andere Lösung gefunden werden.

Wo bis vor kurzem noch eine braune Bretterwand in der Turnhalle war, steht sie jetzt: Die neue sieben Meter hohe Kletterwand mit bunten und haptisch unterscheidbaren Klettergriffen.

Die Tatsache, dass das Projekt tatsächlich verwirklicht werden konnte verdanken die sehbehinderten und blinden Jugendlichen Claudia Bichlmayer, Sozialpädagogin am SBZ und Leiterin der Klettergruppe, Wolfgang Seidl, Jugendleiter des Deutschen Alpenvereins/Sektion Oberland und Neele Ostin, Erzieherin am SBZ. Lange Zeit waren sie auf Sponsorensuche um die Mittel für die Finanzierung der Kletterwand aufbringen zu können. Sie haben dazu viele Briefe an potentielle Spender geschrieben und unzählige Telefonate und Gespräche für die Organisation und Umsetzung geführt. Weitere Wohltäter haben den Spendenaufruf in der Presse gelesen und sind so auf das Projekt aufmerksam geworden.

An dieser Stelle bedanken sich das gesamte Team des SBZ vertreten durch Direktorin Hildegard Mayr und vor allem natürlich die Klettergruppe, allen voran Claudia Bichlmayer, von ganzem Herzen bei allen Spendern und Förderern des Projektes – natürlich auch bei denen, die hier nicht aufgelistet sind, weil Sie anonym bleiben möchten:

Allianz für Kinder in Bayern e.V. mit den Projektpaten Allianz Weckerle und Esche und der Allianz Geschäftsstelle Ingolstadt

Martina Ames

Heidi und Dr. Klaus Bichlmayer

„DFB-Stiftung Egidius Braun“ im Rahmen der Kinderträume

Familie Fleck

Gerüstbau Obermaier, Oberneuching

Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank München

Manfred Graf und Familie
Inhaber der Edison-Park Immobilien GmbH

Monika und Günter H.

Katholischer Deutscher Frauenbund, Zweigverein Pfarrei Inkofen

Lions Club Dachau

Marianne Zrenner

Abschlussfeiern im besonderen Jahr 2020

Sehbehinderten- und Blindenzentrum (SBZ) in Unterschleißheim: Dieses Jahr gab es Corona bedingt, wegen der Abstandsregelungen und Hygienevorschriften, nicht wie gewohnt eine gemeinsame Abschlussfeier der Mittelschüler und Realschüler, sondern zwei getrennte mit jeweils begrenzter Personenzahl. Alle Beteiligten freuten sich sehr, dass durch das Sicherheits- und Hygienekonzept und die dafür getroffenen Maßnahmen überhaupt Feierlichkeiten stattfinden konnten.

Direktorin Hildegard Mayr beglückwünschte alle Absolventen zu ihrem bestandenen Abschluss und machte mit einem Sprichwort von Novalis und einem Zitat von Goethe ihren scheidenden Schülern Mut, an sich selbst zu glauben. Wenn sie sich Ziele setzen und diese mit Durchhaltevermögen und Fleiß verfolgen, werden sie diese schließlich erreichen – entsprechend der Redewendung „Wo ein Wille da ein Weg“.

In der Feier der Mittelschule haben alle 8 Mittelschüler den Qualifizierenden Abschluss der Mittelschule (QA) geschafft und entweder eine 1 oder eine 2 vor dem Komma ihres Notendurchschnitts erzielt. Darauf wies Schulleiterin Maria Setzer voller Freude hin. Der beste Schüler kann einen Notendurchschnitt von 1,6 vorweisen. In ihrer Rede in der „Corona“ nicht nur als Krankheit bzw. Virus, sondern als das lateinische Wort für „Krone“ eine große Rolle spielte, machte sie den Schülern klar, dass das Wichtigste, was sie in der Schulzeit gelernt hätten die Tatsache sei, dass Sie sich selbst beherrschen können. Ihr bestandener Abschluss sei somit quasi die Krönung ihrer Schulzeit.

Gruppenbild der Abschluss-Schüler 2020 der Realschule mit ihrer Klassenleitung
Valentina Pelke und Sonderschulrektor Frank Kuroschinski

Sonderschulrektor Frank Kuroschinski ermunterte die Jugendlichen bei ihrem Abschluss von der Realschule auf ihrem Lebensweg die „Menschlichkeit“ nie zu vergessen. Für ihn war die Abschlussfeier ebenfalls seine letzte, da er nach 36 Jahren am SBZ zum Schuljahresende in den Ruhestand geht. Alle 9 Realschüler haben ihre Mittlere Reife geschafft ebenfalls mit einer 1 oder einer 2 vor dem Komma – der beste Schüler mit einem Schnitt von 1,64. Viele der Realschüler werden die FOS/BOS besuchen, die mit dem SBZ eine langjährige Kooperation verbindet.

Zeugnisübergabe – Realschule

Auch der Elternbeirat und die Schüler kamen in beiden Feiern zu Wort. Besonders die Absolventen beeindruckten mit ideenreichen Beiträgen wie einem gerappten Gedicht, einem wunderbaren Rückblick über die eindrucksvollsten Erlebnisse ihrer Schulzeit und viel Dank an ihre Lehrer.

Durch das Programm führten mit viel Esprit und Schwung Egon Wanitschek (Mittelschule) und Stefan Braun (Realschule). Umrahmt wurden die Feiern von wirkungsvollen Musikbeiträgen von Schülern und Lehrern. Besonders gelobt wurde das zum Jahr 2020 passende, originelle und farbenfroh gestaltete Bühnenbild, das von Sigrid Petzoldt und Barbara Fertl gestaltet wurde.

Sandra Butscher

Festakt zur Verabschiedung des Sonderschulrektors Frank Kuroschinski

Die Feierlichkeiten zur Verabschiedung des vielfach ausgezeichneten und charismatischen Sonderschulrektors Frank Kuroschinski mussten aufgrund der Corona-Pandemie in kleinerem Rahmen als ursprünglich geplant stattfinden. Trotzdem gelang es den Mitwirkenden und dem Organisationsteam eine sehr schöne und in sich stimmige Feier für den scheidenden Realschulleiter auszurichten. Sein herausragendes Engagement in 36 Jahren, die er an der Edith-Stein-Realschule des Sehbehinderten- und Blindenzentrums in Unterschleißheim gewirkt hatte, kam dabei deutlich zum Ausdruck.

Direktorin Hildegard Mayr freute sich in Ihrer Begrüßungsansprache, dass gleich 10 Redner Frank Kuroschinski die Ehre erweisen wollten. Angefangen mit dem 1. Vorsitzenden des Trägervereins des SBZ und Altbürgermeister Rolf Zeitler, über Bert Mehler und BeRin Birgitt Michelly-Jipp, die als Inklusionsbeauftragte und Vertreterin von Ltd. RSD Ernst Fischer (Ministerialbeauftragter für die Realschulen in Oberbayern-West) waren alle Grußworte sehr persönlich und kreativ. Ganz besondere Ideen für ihre eloquenten Reden fanden auch Schulleiterin Maria Setzer, Ministerialrat a.D. Erich Weigl (ehemals Kultusministerium), RSchDin Barbara Schall-Pätzholz (Regierung von Oberbayern), die 3. Bürgermeisterin der Stadt Unterschleißheim Annegret Harms (die den ersten Bürgermeister Christoph Böck vertrat) und Inga Schöler, die für den Elternbeirat sprach. Geschick moderiert wurde der kurzweilige Festakt vom Realschullehrer Stefan Braun.

Die SBZ-Sait’nklangmusi und die Fachschaft Musik sorgten für den musikalischen Rahmen während eine wunderbare Fotopräsentation von Frank Kuroschinskis Erlebnissen und Verdiensten gezeigt wurde.

Mit dem Lied „Mull of Kintyre“, das die blinde Schülerin Laura Henke sang und sich dabei selbst am Flügel begleitete, war trotz Corona ein gefühlvoller, musikalischer Schülerbeitrag möglich. Die Lehrervertretung hatte die Ballade „Erlkönig“ von Johann Wolfgang von Goethe zum „Turmkönig“ passend und mit sehr viel Humor versehen, umgeschrieben. Außerdem wurden zwei Anekdoten, die Frank Kuroschinski als junger Lehrer auf Abschlussfahrten erlebt hatte, in den Beiträgen „Lago di Garda“ von Markus Muth und „Auf der Reeperbahn“ von Egon Wanitschek (Gesang) und Michael Ponert (Akkordeon) wiedergegeben. In ihrer pointierten Laudatio stellte Direktorin Mayr die überragenden Verdienste von Sonderschulrektor Frank Kuroschinski heraus, dem es mit seinem Motto „Gestalten und Bewegen“ und seinem „Blick für das Ganze“ gelungen war, viele Ideen im Bereich Sport, Musik und zahlreiche Konzepte umzusetzen. Sie schloss ihre Rede mit dem folgendem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe und den Worten: „Erfolg hat drei Buchstaben tun“ – „Sie hatten mehr als Erfolg und haben alles Menschen mögliche getan und ermöglicht.“

Frank Kuroschinski zeigte sich in seiner Abschiedsrede gerührt von so viel Wertschätzung, Anerkennung und den unvergesslichen Eindrücken der Feier.

Nach seinem ausführlichen Dank übergab er seiner Nachfolgerin Dr. Astrid Deuchert symbolisch den Schlüssel für die Edith-Stein-Realschule. Zum krönenden Abschluss verabschiedeten sich seine Schülerinnen und Schüler in einer Videobotschaft mit vielen persönlichen Worten von ihrem Realschulleiter und ließen 99 rote Luftballons mit guten Wünschen auf ihn regnen.

Sandra Butscher

Kind im Schatten e.V. spendet große Freude im SBZ

Im Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern (SBZ) in Unterschleißheim herrschte zu Schuljahresbeginn 2019/20 Fassungslosigkeit bei der stellvertretenden Schulleiterin des Förderzentrums Annette Göbel. Die Krankenkasse hatte die Finanzierung dringend benötigter Hilfsmittel für die sowohl im Sehen als auch körperlich stark beeinträchtigte Schülerin Daniela aus der Grundschule abgelehnt. Die Familie des Mädchens konnte den benötigten Betrag nicht aufbringen. Die Hilfsmittel sind für die Förderung des Mädchens und für eine effektive Mitarbeit im Unterricht aus pädagogischer Sicht jedoch einfach unerlässlich. 

Die Suche nach einer Organisation, die die Schülerin mit einer Spende unterstützen könnte, gestaltete sich jedoch schwierig. Da war guter Rat teuer und den holte sich Annette Göbel bei der Direktorin des SBZ, Hildegard Mayr, die ihr aufgrund der Referenz eines langjährigen Spenders die Kontaktaufnahme mit „Kind im Schatten e.V.“ (E-Mail-Kontakt: info@kindimschatten.de) empfahl. Schon kurz nach dem ersten Anruf Anfang 2020 bei Susanna Keller, Mitglied des vierköpfigen Vorstands, kam nach einem entsprechenden Antrag, per E-Mail die positive Nachricht, dass der Verein die Kosten für die so dringend benötigte Technik übernehmen wird.

Direktorin des SBZ Hildegard Mayr mit der Schülerin und ihren Hilfsmitteln.

Ziel des Vereins, der bereits seit 25 Jahren vollkommen ehrenamtlich agiert, ist es „Lichtblicke für Kinder zu schaffen, die das Schicksal auf der Schattenseite des Lebens stehen lässt.“ Um weiterhin ca. 150 Mal pro Jahr ein benachteiligtes Kind unterstützen zu können, ist der Verein seinerseits kontinuierlich auf Spenden angewiesen.

Nach der Anschaffung der Hilfsmittel konnten sich Susanna Keller und Martin Jeske, Vorstandsmitglied und Schatzmeister von Kind im Schatten e.V., persönlich davon überzeugen, wie sehr sie tatsächlich mit ihrer Spende geholfen haben. Die Lehrerinnen Annette Göbel und Ann-Marie Reinhard zeigten voller Freude und Stolz wie sich die Leistungen der Grundschülerin aufgrund der technischen Hilfsmittelausstattung verbessert haben. Daniela selbst berichtete mit strahlenden Augen, dass ihr der Unterricht jetzt viel mehr Spaß macht. Mit dem neuen „Computer“ und der Spezialtastatur und –maus kann sie die Schrift so vergrößern, dass sie diese gut lesen kann. Jetzt kann sie wesentlich schneller schreiben und rechnen. Außerdem schafft sie nun in kürzerer Zeit mehr Aufgaben als zuvor und kann dem Unterricht somit besser folgen.

Frau Reinhard zeigt Frau Keller und Herrn Jeske Danielas schulische Fortschritte.

Danielas Familie, die Schule und das SBZ danken dem Verein Kind im Schatten e.V. von ganzem Herzen für ihre schnelle und effektive Hilfe. Das Foto zeigt, wie es dem Vereinsvorstand gelungen ist ein Mädchen aus dem Schatten auf die Sonnenseite des Lebens zu bringen.

Sandra Butscher

Große Spende der Sparda-Bank für die Kletterwand des SBZ

Die Geschäftsstellenleiterin der Filiale der Sparda-Bank München e.G. in Unterschleißheim, Tanja Schiebel, überreichte persönlich den herzförmigen Scheck in Höhe von 5.000 Euro an Direktorin Hildegard Mayr, Realschulleiter Frank Kuroschinski und Claudia Bichlmayer, Betreuerin der Klettergruppe am Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern. Die Mittel für die Spende stammen aus dem Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank München e.V.

Mit dieser großzügigen Spende und vielen weiteren kleinen und großen Beträgen, die aufgrund der engagierten Sponsorensuche von Claudia Bichlmayer und entsprechender Presseberichte inzwischen eingegangen sind, wird der Traum nun endlich wahr: In den Pfingstferien soll die Kletterwand in der Sporthalle des SBZ aufgestellt werden.

Direktorin Hildegard Mayr erklärt die Hintergründe des Projekt wie folgt: „Die Kletterwand ist für unsere sehbehinderten und blinden Jugendlichen der Klettergruppe besonders wertvoll, weil sie einen wesentlichen Beitrag zu den psychischen und physischen Entwicklungen der jungen Menschen leistet. Durch das Klettern werden die Angstüberwindung, Sicherheit, Konzentrationsfähigkeit und das Koordinationsvermögen maßgeblich gestärkt. Außerdem werden den Jugendlichen echte Erfolgserlebnisse vermittelt. Mit einer eigenen Kletterwand kann die Gruppe auch bei schlechtem Wetter sicher in der Sporthalle üben und die Kletterstunden müssen zukünftig bei Regen, Sturm oder anderen ungünstigen Wetterbedingungen nicht mehr ausfallen.“

Ein ganz herzliches „Vergelt’s Gott“ richtet das Sehbehinderten- und Blindenzentrum an den Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank München e.G. und natürlich auch an alle anderen Spender.