Digitaler Elterninformationsabend am 01. März 2021 zum Übertritt in die Edith-Stein-Realschule

Angesichts der aktuellen Infektionslage findet der Elterninformationsabend für die neuen 5. Klassen in digitalem Format am Montag, den 01. März 2021 um 19.00 Uhr, über unsere Plattform Microsoft Teams statt.

Bei Interesse an einer Teilnahme, bitten wir bis zum 25.02.2021 um Zusendung einer entsprechenden E-Mail an rs@sbz.de.

Am Tag der Veranstaltung wird allen, die durch eine E-Mail ihr Interesse bekundet haben, dann ein entsprechender Link zur Teilnahme an der Veranstaltung zugesendet.

Elterninformationsabend der Edith-Stein-Realschule am 01.03.2021 – Übertritt in die Realschule

Am Montag, den 01. März 2021 um 19 Uhr veranstaltet die Edith-Stein-Realschule für Sehbehinderte und Blinde in Unterschleißheim einen Informationsabend für interessierte Eltern zum Übertritt in die neue 5. Klasse des kommenden Schuljahres.

Die Edith-Stein-Realschule ist eine staatlich anerkannte Realschule mit dem Schulprofil Inklusion. Neben sehbehinderten und blinden Schülerinnen und Schülern können auch Kinder ohne sonderpädagogischem Förderbedarf oder gegebenenfalls auch mit einem anderen sonderpädagogischen Förderschwerpunkt aufgenommen werden.

Die kleinen Klassen bieten neben einer ruhigen und persönlichen Unterrichtsatmosphäre einen Unterricht nach sonderpädagogischen Grundsätzen mit Raum zur Individualisierung und Differenzierung. Interessierte Eltern haben an diesem Abend Gelegenheit, sich über das schulische Angebot der Edith-Stein-Schule zu informieren und Hinweise zu den Voraussetzungen für Übertritt und Aufnahme zu erhalten.

Nähere Informationen sind auf der Homepage des Zentrums unter www.sbz.de zu finden.

Je nach Infektionslage wird auf der Homepage auch bekanntgegeben, ob der Elternabend vor Ort (Südturm des Sehbehinderten- und Blindenzentrums, Pater-Setzer-Platz 1) oder digital stattfindet.

Dr. Astrid Deuchert, Schulleiterin der Realschule

CVI – eine multidisziplinäre Herausforderung

Vier Jahre multidisziplinäre Beratungsstelle am Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern in Unterschleißheim

Zerebral (bzw. zentral) bedingte Störungen der visuellen Wahrnehmung („Sehstörungen“) bei Kindern werden unter dem Oberbegriff „cerebral visual impairment“ (abgekürzt „CVI“) zusammengefasst. Die häufigste Ursache für CVI sind Schädigungen des Gehirns durch Sauerstoffmangel insbesondere im Rahmen von Frühgeburten oder Geburtskomplikationen, morphologische (z.B. durch entzündliche oder metabolische Erkrankungen) und genetisch bedingte Entwicklungsstörungen des Gehirns. Epidemiologische Studien zeigen, dass bei etwa einem Drittel der Kinder mit einer Sehbehinderung („low vision“) eine zerebrale Ursache vorliegt. In der augenärztlichen und orthoptischen Untersuchung finden sich bei manchen Kindern ein eingeschränktes Gesichtsfeld, eine reduzierte Sehschärfe, ein reduziertes Kontrastsehen oder ein reduziertes Farbsehen; zusätzlich können Störungen der Blickmotorik (z.B. der Fixation) vorliegen. In der neuropsychologischen Untersuchung zeigt sich häufig eine Beeinträchtigung des Überblicks über die aktuelle Umwelt (sog. Szenenwahrnehmung) bzw. über Vorlagen (Bilder, Bücher, Hefte). Hinzu kommen oft Schwierigkeiten bei der Form- und Objektwahrnehmung, der Raumwahrnehmung und räumlichen Orientierung und beim Erkennen von Gegenständen und Gesichtern. Ältere Kinder mit CVI haben zudem häufig Schwierigkeiten mit der ganzheitlichen Verarbeitung von Textmaterial (Wörter, Zahlen); das Buchstabe-für-Buchstabe Lesen nimmt (zu) viel Zeit in Anspruch, ist daher teilweise außerordentlich mühsam und erschwert auch das Lesesinnverständnis. In den meisten Fällen stellen die genannten visuellen Wahrnehmungsprobleme eine nachhaltige Behinderung bei der Bewältigung der Anforderungen im Alltag und in der Schule bzw. Ausbildung und in herausfordernden sozialen Situationen dar. Da es bis jetzt keine allgemein akzeptierte Definition von „CVI“ gibt, existieren auch keine verbindlichen Diagnosekriterien und keine Diagnoseziffer nach ICD-10. Fehlende diagnostische Standards hinsichtlich der Untersuchung von Beeinträchtigungen der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit außerhalb der augenärztlich und orthoptisch untersuchten visuellen und okulomotorischen Funktionen sind eine der Hauptursachen für die fachlich oft schwierige diagnostische Erfassung und Einordnung der visuellen Probleme bei CVI und damit verbunden einer hohen Dunkelziffer betroffener Kinder.

Seit 2017 können in der neu gegründeten multidisziplinären Beratungsstelle für visuelle Wahrnehmung (MB-CVI; www.sbz.de/beratung/beratungsstelle-cvi) am Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern (SBZ) in Unterschleißheim Kinder und Jugendliche mit Verdacht auf CVI untersucht werden. Im Vordergrund der neuropsychologischen Diagnostik steht daher eine umfassende Untersuchung der visuellen Wahrnehmung; zusätzlich werden die betroffenen Kinder und Jugendlichen bzw. ihre Eltern ausführlich zu Schwierigkeiten im Alltag und in der Schule befragt. Das gewonnene individuelle Profil erlaubt eine zuverlässige Diagnose und Indikationsstellung für eine mögliche Behandlung bzw. für die fachliche Beratung für einen guten Umgang mit den CVI-bedingten Schwierigkeiten im Kindergarten, in der Schule, in der Ausbildung und im Alltag.

Aufgrund mangelnder spezifischer Diagnoseverfahren wurde in einem vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus geförderten Forschungsprojekt am SBZ ein diagnostischer Standard entwickelt und evaluiert. In einem weiteren, vom Bayerischen Sozialministerium geförderten Forschungsprojekt wurde die Wirksamkeit von Software basierten Trainingsverfahren zur Verbesserung des Überblicks sowie bei älteren Kindern auch der ganzheitlichen Textverarbeitung untersucht. Die Ergebnisse sind erfolgversprechend; die meisten Kinder haben davon profitiert und ihre visuellen Schwierigkeiten in der Schule und im Alltag haben deutlich abgenommen. Auf der Grundlage dieser positiven Erfahrungen wird derzeit in einem weiteren Forschungsprojekt, das von der Dr. Gabriele Lederle-Stiftung finanziell gefördert wird, die Möglichkeit eines Internet basierten Lesetrainings geprüft, das es den betroffenen Kindern und Jugendlichen erlaubt, die ganzheitliche Textverarbeitung unter fachlicher Supervision zuhause selbst zu üben.

Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit CVI setzt eine multidisziplinäre Zugangsweise (Augenheilkunde, Orthoptik, Neuropsychologie, Frühförderung, Schul- und Sonderpädagogik) voraus, die die Befunde aller beteiligten Disziplinen berücksichtigt, integriert und schließlich eine ganzheitliche Beurteilung der individuellen Sehbehinderung sicherstellt. Dies gilt nicht nur für die diagnostische Erfassung der visuellen und kognitiven Schwierigkeiten bei Kindern und Jugendlichen mit CVI, sondern auch für eine optimale Versorgung und Betreuung, da auch nach einer erfolgreichen Behandlung die Umsetzung der gelernten visuellen Wahrnehmungsstrategien häufig eine weitergehende Unterstützung vor (z.B. in der Frühförderung oder im Kindergarten) und nach Schuleintritt erforderlich ist.

Prof. Dr. Josef Zihl

Manfred Funke-Hopfner Stiftung spendet große Freude

Eine dreiköpfige Delegation der Manfred Funke-Hopfner Stiftung hatte ihren Besuch bei uns im SBZ in Unterschleißheim angemeldet – die beiden Vorstände Herr Dipl.-Kfm. Arnd Walther und Herr Bankkaufmann Anton Sedlmayr sowie eine der drei Kuratorinnen Frau Marianne Walther. 

Die Manfred Funke-Hopfner Stiftung mit Sitz in München wurde am 30. April 2009 als rechtmäßige Stiftung bürgerlichen Rechts staatlich anerkannt. Zweck der Stiftung ist die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesen, der Jugend- und Altenhilfe bzw. des Wohlfahrtswesens sowie die Förderung mildtätiger Zwecke. Insbesondere soll die Unterstützung Kranker, krebskranker Personen, die Förderung von Hospizeinrichtungen, soweit es sich um Körperschaften des öffentlichen Rechts handelt, die Unterstützung sozialer Organisationen und Einrichtungen erfolgen, insbesondere auch des Sozialdienstes Germering e.V.

Herr Manfred Funke-Hopfner hatte angeordnet, dass mit seinem Ableben (gestorben am 5.10.2008) eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts zu errichten sei.

Als Grund des Besuchs war die Überreichung eines Spendenschecks an das SBZ angekündigt worden. Um welche Summe es sich allerdings handeln würde, blieb bis zur allerletzten Minute spannend. Deshalb waren die Überraschung und die Dankbarkeit sehr groß, als Frau Marianne Walther einen Scheck mit der großartigen Summe von 10.000 Euro überreichte.

Direktorin Hildegard Mayr bedankte sich dafür im Namen der gesamten Einrichtung und vor allem der Kinder und Jugendlichen, denen die Spende zu Gute kommen wird: “Ich glaube Sie wissen gar nicht welche große Freude Sie uns allen damit machen. Jetzt kann ich den Stangenwald-Spielplatz, den wir aufgrund seiner Baufälligkeit abbauen mussten, mit einem neuen Spielgerät ersetzen und zusätzlich eine schöne Klangschale aufstellen lassen. Ein ganz herzliches Vergelt’s Gott!“

Marianne Walther betonte, dass die Freude des Gebens eigentlich sogar größer sei als des Nehmens: „Hier im SBZ spüre ich so viel Liebe – da bekommt man so viel zurück und es ist einfach schön helfen zu können.“